Warum kann man ohne Glauben nicht selig werden? In der ganzen heiligen Schrift finden wir nicht ein Beispiel, wo ein Mensch ohne Glauben Gott gefallen hätte. Das 11. Kap. an die Hebräer erwähnt lauter Glaubenshelden, die nur durch den Glauben Gott gefallen haben. So ein Abel, Henoch, Noah, Abraham, Isaak, Jakob, Moses, eine Rahab u.s.w. Dieses waren lauter Leute des Glaubens, viele andere Menschen werden in der heiligen Schrift erwähnt als solche, welche etwas getan haben; aber Gott hat sie
nicht angenommen. Ahab beugte sich, und doch wurden ihm seine Sünden nicht vergeben. Ein Judas bereute seinen Verrat, und doch ging er hin und erhängte sich, und wurde nicht selig. Saul bekannte seine Sünden und sagte zu David: "Ich habe wider dich gesündigt, mein Sohn David;" und doch wurde sein Herz und Leben nicht verändert.
 Tausende haben den Namen Christi bekannt, und haben viele wunderbare Taten getan, und doch haben sie nie Gott gefallen -  einfach deswegen, weil sei keinen Glauben hatten.
 Der nächste Beweis, warum der Mensch ohne Glauben nicht selig werden kann, ist der, dass der Glaube ein Werk der demütigenden und beugenden Gnade ist, und nichts kann einen Menschen bestimmen, sich zu demütigen, außer dem Glauben. Wenn der Mensch sich nicht demütigt, so kann sein Opfer nicht angenommen  werden. Die Engel wissen dies. Wenn sie Gott preisen, so verhüllen sie ihre Angesichter mit ihren Flügeln. Und die Erlösten werfen ihre Kronen nieder zu den Füßen Gottes, wenn sie ihn preisen.
 Ein Mensch also, der keinen Glauben hat, beweist, dass er sich  nicht demütigen und beugen kann; und er hat darum keinen Glauben, weil er zu stolz ist zu glauben. Er erklärt, er wolle  mit seinem Verstand nicht nachgeben, er wolle kein Kind werden  und einfältig glauben, was Gott ihm sagt. Er ist zu stolz und  kann nicht in den Himmel eingehen, weil die Himmelstüre so niedrig ist, dass niemand durch sie eingehen kann, es sei denn,  er beugt sein Haupt nieder. Kein Mensch hat je in aufrechter Stellung in die Seligkeit hineinwandeln können. Wir müssen zu  Christus gehen auf gebeugten Knien; denn obgleich Er eine Türe ist weit genug für die größten Sünder, so ist Er doch auch  wieder so niedrig, dass Menschen sich bücken müssen, wenn sie selig werden wollen. Deswegen ist also Glaube nötig, weil  Mangel an Glauben ein gewisses Zeichen von Mangel an Demut ist.  Der Glaube ist notwendig zur Seligkeit, weil nach der Schrift Werke nicht selig machen können.